In der MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG gelesen: Der Pflanzenversteher - Wenn alle ihr letztes Hemd geben - Gatersleben aktuell - Gatersleben

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In der MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG gelesen: Der Pflanzenversteher - Wenn alle ihr letztes Hemd geben

Herausgegeben von in IPK ·
Gatersleben - Ein perfekter Start sieht definitiv anders aus. „Das Wetter war schlecht, es gab tiefe Pfützen auf dem Gelände“, erinnert sich Andreas Graner an den 1. April 1997 zurück.
Es war der erste Arbeitstag des heutigen Direktors am Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK). Damals begann Graner als wissenschaftlicher Angestellter. Und passend zum Wetter war „meine Stimmung eher gedrückt“, sagt er.

Entscheidung nie bereut

Eine Gefühlslage, die nicht lange anhielt. „Ich habe meine Entscheidung, nach Gatersleben zu kommen, nicht bereut“, sagt der heute 60-jährige Graner.
Mit Begeisterung spricht er über das Institut, das vor wenigen Tagen sein 75-jähriges Bestehen feierte.
Vor allem aber ist Graner begeistert über die Institutsmitglieder, die die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen kontinuierlich gesteigert habe.
„Sie geben ihr letztes Hemd fürs Institut“, betont der Direktor. Das sei das Erfolgsrezept des Instituts. „Es ist für mich daher eine große Aufgabe, aber auch Ehre diese Arbeit der Institutsmitglieder zusammenzuführen“, sagt Graner, der das IPK seit 2007 leitet.

Einst naive Vorstellungen

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann, so gibt es Andreas Graner freimütig zu, „mit einer Vorstellung, die im Nachhinein als völlig naiv bezeichnet werden muss“.
1957 in Heilbronn geboren, zog seine Familie früh in den Raum München, wo Graner später begann Landwirtschaft zu studieren. „Ich dachte, das sei die beste Verbindung von geistiger und körperlicher Arbeit.“
Wie sich schnell herausstellte, war das ein Trugschluss, aber trotzdem kein Drama, denn „das Studium bot mir viele Freiheiten“.
Graner fokussierte sich auf die Biochemie, stieg dann im Rahmen seiner Promotion in das Thema Pflanzenforschung ein.
Sein Fokus auf die Genforschung mit Getreide führte ihn dann an das IPK. „Die suchten 1997 jemand mit Erfahrung auf dem Gebiet“, erzählt Graner.

Viele Fortschritte in der Genforschung

Gerade bei der Genforschung mit Getreide habe das Institut seitdem viele Fortschritte gemacht. Ein Erfolg, auf dem sich der Institutsleiter aber nicht ausruhen will.
„Ich vergleiche das immer mit einem Hundertmeterläufer. Wenn er nicht trainiert, verliert er den Anschluss.“
Schon im November müsse sich das IPK erneut beweisen. „Dann erfolgt eine Evaluierung durch die Leibniz-Gesellschaft“, blickt Graner voraus. Der Wissenschaftsgesellschaft gehört das IPK seit 2006 an.
„Wir müssen unsere Qualität nachweisen, um nicht aufs Abstellgleis zu geraten.“ Nur bei einer erfolgreichen Evaluierung sei die Finanzierung durch Land und Bund weiterhin gesichert.
Kein Selbstzweck, denn Graner hat die gesellschaftliche Aufgabe des Instituts im Blick.

Ernährung im Weltmaßstab sichern

Durch Klimawandel und das stete Wachstum der Weltbevölkerung, müsse darüber nachgedacht werden, wie Ernährung gesichert werden könne. „Hier kann das Institut mit seiner Pflanzenforschung einen wichtigen Beitrag leisten“, sagt Graner.
Ein Auftrag, der den renommierten Wissenschaftler kaum loslässt.
„Trotzdem schaffe ich es, mir zumindest einen Tag in der Woche zu gönnen, an dem ich den Kopf ganz frei habe“, sagt er.
Den verbringt der verheiratete Vater eines Sohnes gerne mit Wandern oder Radfahren. Oder im Garten seines Hauses in Gernrode. [...]

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– Quelle: https://www.mz-web.de/30006924 ©2018



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